Hallo alle zusammen,
nach längerer Pause melde ich mich wieder zurück in der Welt 2.0.
Warum der letzte Artikel nun schon zwei Monate zurückliegt, hat mehrere Gründe:
- Weihnachten! In der Urlaubszeit hatte ich schlicht und ergreifend keine Lust zum Schreiben und habe mich lieber erholt.
- Ich war nicht etwa untätig, im Gegenteil! Ich hab so viele verschiedene Dinge ausprobiert, dass ich gar keine Zeit zum Schreiben hatte. Doch dazu später mehr.
- Es war mal wieder Unterrichtszeit. Wer mich kennt weiß, dass bei mir Land unter ist, während ich Schulungen halte. Abends nach der Arbeit falle ich nur noch aufs Sofa und kriege gerade noch so ein Brummen/Grunzen als Kommunikation hin. Von Reden, geschweige denn Schreiben wollen wir mal gar nicht reden.
So, nun aber genug der Ausreden. Jetzt bin ich ja zurück und habe einige, hoffentlich interessante Dinge zu berichten.
Vim
Ich bin auf Vim als Haupt-Editor für meine Rails-Entwicklung umgestiegen. Inspiriert von faszinierenden Blog-Artikeln, wie zum Beispiel Coming Home to Vim, hatte sich schon vor einiger Zeit die Idee in meinem Kopf festgesetzt.
Ich arbeite persönlich schon seit Jahren mit Vim (ca. seit 2003 glaube ich), hatte ihn aber immer nur für administrative Tätigkeiten, also Konfigurationsdateien editieren, eingesetzt. Auf die Idee, dass man damit auch programmieren kann, bin ich nie gekommen.
Nachdem die Arbeit mit Netbeans zunehmend unbefriedigender für mich wurde, riss mir Ende November der Geduldsfaden und ich begann mit Vim plus verschiedenen Erweiterungen zu experimentieren. Das Ergebnis meiner Arbeit, also den aktuellen Stand meiner Vim-Konfiguration, könnt Ihr in meinem Github-Account sehen. Ich würde mich zwar immer noch als blutigen Anfänger bezeichnen (Vim hat wirklich viele, viele Tastenkürzel), aber schon jetzt kann ich sagen, mit diesem Editor bin ich wesentlich schneller als vorher und es macht Spaß.
Ein Witz zu diesem Thema, den ich im Dezember einem Kollegen erzählt habe, zeigt meine Erfahrungen recht deutlich: “Bis Netbeans gestartet ist, habe ich die Änderung im Vim schon gemacht!”
Im Zuge der Vim-Umstellung hat auch gleich die Zsh Bash als meine Standard-Shell abgelöst. Dank einer genialen Sammlung von Erweiterungen war ich in kürzester Zeit in der Lage, produktiv mit der Zsh zu arbeiten und habe seit dem nicht zurückgeblickt.
Erneuter Umzug
Nachdem ich diesen Blog erst kürzlich auf Webspace bei all-inkl umgezogen hatte, liegt die Seite nun auf einem VServer bei Host-Europe. Der Grund ist, die Ladezeiten waren einfach inakzeptabel. Teilweise brauchten einzelne Seiten über 4 Sekunden.
Ich will damit nicht sagen, dass all-inkl zu langsam ist. Eventuell habe ich auch einige Dinge übersehen oder zu viele Plugins installiert … und WordPress selbst gilt auch nicht gerade als rasend schnell. Aber ein von Hand aufgesetzter Server mit entsprechend getunter PHP-Installation ist einfach eine andere Sache. Wozu habe ich schließlich noch das ganze Admin-Wissen in meinem Kopf?!
Leb wohl Django, in meinem Kopf ist nicht genug Platz für euch beide!
Über die Weihnachtsferien habe ich mein letzes privates Projekt von Django/Python auf Ruby on Rails umgestellt. Die Seite www.erich- erdinger.de habe ich auf Basis von Rails3 und dem CMS Refinery von Grund auf neu entwickelt.
Ich muss sagen, Refinery ist wirklich klasse! Ein schlankes CMS, das einem nicht im Weg steht und das sich hervorragend in eine normale Rails3-Anwendung integriert. Da das CMS und alle Erweiterungen als Rails-Engines entwickelt wurden, hat man im Prinzip ein Standard-Rails-Projekt ohne zusätzliche Abhängigkeiten, nur um ein CMS erweitert.
Deployt habe ich die Anwendung auf dem kostenlosen Account von Heroku und ich muss sagen: Die können Gedanken lesen! Es ist unglaublich, wie einfach und intuitiv der sonst übliche Albtraum “Deployment der neuen Version einer Anwendung” hier gelöst ist. Von Backups der Daten, über das Einspielen der neuen Dateien bis hin zur Überwachung ist alles fast immer mit nur einer Zeile Code in der Konsole erledigt.
Refinery und Heroku werde ich wohl noch öfter einsetzen!
I am Root
Um dem Nerd in mir auch endlich mal wieder Tribut zu zollen, habe ich über Weihnachten mein treues Android-Smartphone gerootet und nach meinen Vorstellungen neu installiert. Anfangs hat mich das Ding ja ziemlich geärgert (die Standard-Methode zum rooten klappt auf allen Handys dieses Typs - außer auf denen, die von O2 vertrieben werden … ratet mal), aber nach einigen harten Kämpfen und hervorragenden Anleitungen aus der Brutzelstube hat das Ding jetzt viel mehr freien Speicher, läuft schneller, der Akku hält deutlich länger und die Oberfläche entspricht nun eher meinen Vorstellungen.
OK, die Nachrichten-LEDs funktionieren aktuell nicht, aber das kann ich verschmerzen. Dafür tanzt der kleine Nerd in mir jedes Mal, wenn ich das Ding in der Hand halte. Meine Freundin ist schon ganz eifersüchtig …
So das wars dann für heute. Hat doch mal wieder Spaß gemacht, ein wenig zu scheiben.
Bis bald und viele Grüße Marc